Die Wärme kommt von nebenan

Erik Ix, Geschäftsführer der Gemeindewerke, Ludger Smits, Projektleiter, und Heinz-Jakob Nellessen, Elektromeister bei den Gemeindewerken, haben die Nahwärmezentrale Hofbenden gemeinsam geplant und gebaut (v. l.).

Auf der ehemaligen Friedhofserweiterungsfläche An der Plüschweberei und Wankumer Landstraße entsteht bald das Neubaugebiet Schaphauser Straße. Die Gemeindewerke haben dafür in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Grefrath sowie der Hochschule Düsseldorf und dem dort beheimateten ZIES – Zentrum für Innovative Energiesysteme – ein Nahwärmekonzept entwickelt. „Wir haben die rund 120 interessierten Bauherrn angeschrieben und sie dazu befragt“, erklärt Bauamtsleiter Norbert Enger. Damit ein solches Nahwärmesystem wirtschaftlich betrieben werden kann, müssen alle mitmachen. Erik Ix, Geschäftsführer der Gemeindewerke Grefrath,  ist sich sicher:  „Das Konzept wird überzeugen.“


Die ersten Nachfragen bei den Gemeindewerken bestätigten das. In dem Neubaugebiet entstehen 24 Einfamilienhäuser, vier Doppelhaushälften und eine Kindertagesstätte – und eine Nahwärmezentrale ganz in der Nähe. Nach eingehender Untersuchung erwies sich ein mit Gas betriebenes Blockheizkraftwerk, kurz BHKW, kombiniert mit einer elektrisch betriebenen Erdwärme-Pumpe, als beste Variante. Ökologisch und ökonomisch bietet diese Kombination das Optimum. Die Verwendung von zwei Brennstoffen macht diese Lösung für die Zukunft flexibel, weil man je nach Kostenentwicklung einen Brennstoff bevorzugt einsetzen kann.


Das vierte Nahwärmenetz

Eine weitere interessante Variante einer ökologischen Energieversorgung, die im Neubaugebiet Schaphauser Straße aber nicht zum Zuge kam, ist ein „mobiler Wärmespeicher“: Die Abwärme der Biogasanlage in Oedt wird mit Hilfe eines Speichers zum Baugebiet gebracht.  „Wir prüfen, ob wir diese künftig in einem bestehenden Wärmenetz einsetzen können“, erklärt Ix.


Für die Gemeindewerke wäre das neue System an der Schaphauser Straße das vierte in Grefrath – sofern es in der konzipierten Form umgesetzt wird. Ein Nahwärmesystem versorgt in Mülhausen bereits die Liebfrauenschule und das Neubaugebiet Klostergarten, das zweite das Schulzentrum Grefrath samt Hallenbad. Das dritte ist jüngst an den Start gegangen: In Hofbenden liefert es Wärme unter anderem für das Rathaus, das Feuerwehrgerätehaus, das Jugendzentrum Dingens sowie die sanierten und neuen Häuser der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft für den Kreis Viersen (GWG) an der Bahnstraße und für  weitere Häuser am Heudonk.


Besonderheit: mobiles BHKW

Für das Nahwärmesystem Hofbenden verlegten die Gemeindewerke 750 Meter Leitungen und bauten eine Heizzentrale. Sie besteht aus einer thermischen Solaranlage,  zwei Gas-Brennwertkesseln und Pufferspeichern sowie zunächst einem BHWK. Dazu ist zusätzlich eine mobile BHKW-Anlage geplant. „Diese wird dann im Winter bei hohem Bedarf dort hingebracht und im Sommer zum Beispiel im Freibad eingesetzt“, erläutert Erik Ix. Das verbessert noch einmal die Ökobilanz und Wirtschaftlichkeit.


„Die hydraulische Schaltung der Gesamtanlage ist so konzipiert, dass immer zuerst die Heizenergie der thermischen Solaranlage eingesetzt wird“, erläutert Gemeindewerke-Projektleiter Ludger Smits. Sollte die dort gewonnene Wärmeenergie nicht ausreichend oder durch die Witterungsbedingungen gar nicht vorhanden sein, übernehmen die zwei BHKW die Produktion der Wärme. Zuletzt können die Gasbrennwertkessel hinzugeschaltet werden. „Reserven für weitere Ausbaustufen in der Zukunft haben wir fest mit eingeplant“, so Erik Ix. Wenn sich Anwohner am Heudonk später für diese Art der Wärmeversorgung entscheiden, ist das ohne Probleme möglich.

Eine gute Sache

Die bislang drei gebauten Nahwärmenetze in Grefrath bieten zahlreiche Vorteile: Ein niedriger Primärenergiefaktor, hohe CO2-Einsparung und Energieeffizienz machen ein solches System sehr ökologisch. Hinzu kommt ein Wärmepreis, der nicht höher ist als vergleichbare Alternativen. Die lokale Strom- und Wärmeerzeugung ist daher auch wirtschaftlich eine gute Sache.  


Mit viel lokaler 
Unterstützung

Für den Bau der Nahwärmezentrale Hofbenden haben die Gemeindewerke mit Unternehmen aus der Region zusammengearbeitet:

  • 
A&S Haustechnik GmbH aus Tönisvorst – Technik
  • 
HI-Plan Ingenieurbüro GmbH aus Grefrath – TGA-Planung
  • 
R+B Bau GmbH aus Grefrath – Rohbau
  • 
Schmitz Ingenieurgesellschaft mbH aus Viersen – Architekt
  • 
Schwevers & Raab Stahl-Hochbau GmbH aus Kalkar – 
Hallenbau der Heizzentrale
  • 
Garten- und Landschaftsbau Wirth GbR aus Grefrath – 
Außenbereich, Grüngestaltung