Gut gebügelt

Fingerspitzengefühl, taktisches Geschick, eine ruhige Hand, ein gutes Auge und Erfahrung sind nötig“, sagt Helmut Beurskens. Der 66-Jährige hat schon als Jugendlicher über Freunde das Bügeln kennengelernt. Damals traf man sich in Süchteln. Als Erwachsener ließ ihn die Freude an dem Sport nicht los. Anfang der 1980er-Jahre gründete er deshalb
den Verein Bügel-Club Dorenburg e.V. Drei der Gründungsmitglieder spielen heute noch mit.

Taktisches Spiel
Fünf mal zehn Meter groß ist die Spielfläche. Der Boden besteht aus Lehm. Eine Bande rahmt das Feld ein. Schließlich geht es beim Bügeln ordentlich zur Sache. „Da wird durchaus ganz schön hart gespielt“, sagt Beurskens. Etwa zweieinhalb Meter von der hinteren Bande entfernt ist ein Eisenring im Boden eingelassen, der sogenannte Bügel. An der Vorderseite befindet sich eine Rinne, in die die Kugeln zurückrollen. Ziel des Spiels: die rund vier Kilogramm schwere Kugel von vorn durch den Ring zu schieben. Die Spieler verwenden Schläger aus Holz. Gespielt wird, bis 30 Punkte erreicht sind – entweder im Einzel mit zwei oder im Doppel mit vier Personen. Entscheidend ist, dass die Kugeln der Reihe nach gespielt werden.
Taktisch gute Spieler und Teams schaffen es, mit ihren Kugeln die der Gegner zu sperren. „Wenn man die Reihenfolge nicht mehr parat hat, darf man auch den Schiedsrichter fragen. Dann muss man sich allerdings auch für die richtige Kugel
entscheiden. Spielt man die falsche, wird sie wieder an die ursprüngliche Stelle zurückgelegt“, so Beurskens.

Schöner Zeitvertreib
Das Bügeln ist eine Sportart mit Tradition. 1331 wurde sie erstmals in Lüttich erwähnt. „Früher wurde es an Schlössern
und Burgen gespielt, später im Winter in der Tenne auf den Bauernhöfen. Es diente dem Zeitvertreib in allen gesellschaftlichen Schichten“, erklärt der Vorsitzende. Nach dem Zweiten Weltkrieg löste das Kegeln die historische
Sportart ab. In der Dorenburg gab es noch eine alte Bahn aus den 1970er-Jahren. Restauriert hat sie der Verein,
deren Mitglieder im Sommer regelmäßig dort spielen. „Für Wettkämpfe ist sie leider nicht geeignet, die Maße passen nicht“, so Beurskens. Der Bügelverein aus Grefrath ist Mitglied des holländischen Verbands. Bei den niederländischen Nachbarn ist der Sport deutlich verbreiteter. Deshalb trifft man sich regelmäßig zu Meisterschaftsspielen. Wer einfach mal selbst ausprobieren möchte, wie Bügeln funktioniert, kommt am besten zum Training. „Wir freuen uns über interessierte Zuschauer und neue Mitglieder“, sagt der Vorsitzende. Jeden Dienstag und Freitag ab 18 Uhr trainieren die Bügel-Freunde – während der Saison im Herbst und Winter im „Struvenhof“, Bronkhorster Weg 2 bei Schumeckers, und im Sommer auf der historischen Bahn an der Dorenburg.



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