Masken aus der Strumpffabrik

Sie waren sich schnell einig in puncto Masken-Produktion: Geschäftsführer Christian Schäfer, Ulrike Wagner, Buchhaltung, Thorsten Grevelhörster, Key Account Manager, und Katja Hepp vom Customer Service (v. l.).

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen – wie oft hat man diesen Satz in der Corona-Hochphase gehört. Auch einige Unternehmen mussten neue Wege gehen. Noch bevor die Politik die Maskenpflicht beschlossen, gleichzeitig die Nachfrage aber bereits zugenommen hatte, entstand im Team der Albert Schäfer Strumpffabrik die Idee: Neben Socken könne man doch auch Mund-Nasen-Schutzmasken produzieren.  „In fünf Tagen hatte das Team aus der Entwicklung den Mund-Nasen-Schutz zusammen mit unserem polnischen Partner entwickelt“, erzählt Geschäftsführer Christian Schäfer. Erfahrungen aus der Strumpfproduktion waren in die Entwicklung eingeflossen, und das Prinzip des Schäfer-Produkts wurde übernommen. Die Masken sind an den Seiten zusammengenähte Socken mit Bündchen. Zwischen die beiden Lagen kann man ein Stück Vlies einschieben.

Mehr Masken als Socken

Knapp vier Monate später hat Schäfer über zwei Millionen Masken produziert und in ganz Deutschland verkauft. Unter anderem Einzelhandelsgeschäfte und Friseursalons, Physiotherapeuten, Altenheime und Justizvollzugsanstalten wurden mit Schäfer-Masken beliefert. „SB-Warenhäuser und Drogerien, die wir schon mit unseren Socken beliefern, haben unsere Masken ins Angebot aufgenommen. Für sie war es einfacher, bei jemandem zu bestellen, der bereits als Lieferant gelistet ist“, sagt Christian Schäfer.

Seit 1956 gibt es die Schäfer Strumpffabrik in Oedt. In dem Traditionsunternehmen mit Sitz an der Johann-Fruhen-Straße ist mit Christian Schäfer die dritte Generation am Zug. Auch Vater Georg Schäfer ist noch aktiv. Bis in die 1980er-Jahre wurde in Oedt produziert. Mittlerweile gibt es eine Partnerfabrik in der Türkei und weitere in ganz Europa. Die Mund-Nasen-Masken werden in Polen produziert.

Fokus Online-Handel

Normalerweise produziert Schäfer rund zehn bis zwölf Millionen Paar Socken pro Jahr. Die Hauptvertriebswege blieben auch zur Zeit des Lockdowns erhalten. Denn Drogerien, SB-Warenhäuser und Discounter waren weiter geöffnet. Allerdings gehören zu den Kunden auch Textilgeschäfte, die zeitweise geschlossen bleiben mussten. Hauptsächlich liefert Schäfer an Großkunden. Mit der Maskenproduktion kamen plötzlich so viele Einzelkunden hinzu wie nie zuvor. Was im klassischen Geschäft durch die Krise weniger geworden war, wurde durch den Verkauf  der Masken kompensiert – zumindest was die Auslastung der Produktion anging.

Mit dem Eintreffen von Schutzmasken-Importen aus Asien habe die Nachfrage nach den Schäfer-Masken wieder nachgelassen. Eine gewisse Nachfrage werde wohl bleiben, nimmt Christian Schäfer an, der von seinem Produkt absolut überzeugt ist. Durch den elastischen Stoff sitzt sie gut am Gesicht und verrutscht nicht. „Die Masken passen sehr gut zu unseren Bestrebungen, bei unseren Produkten auf mehr Nachhaltigkeit zu achten. Sie kosten nur so viel wie drei bis fünf Einwegmasken, aber man kann sie waschen und immer wieder neu verwenden.“ 

Auch der Sockenverkauf war in der Krise keineswegs eingebrochen. Grundversorgungsartikel, zu denen Socken gehören, waren weiterhin gefragt. Eines hat sich allerdings deutlich verändert: Der Absatz im Online-Handel stieg spürbar an. „Das müssen wir für uns noch besser nutzen“, sagt Christian Schäfer. Damit ist für ihn ebenso eine Herausforderung verbunden: „Die wenigsten suchen gezielt nach Socken, sie nehmen sie eher beiläufig mit“, weiß Christian Schäfer. Wenn man sich ein neues Hemd oder einen Anzug kauft, kauft man eben die Socken dazu. Das auch online zu schaffen, hat sich Christian Schäfer zur Aufgabe gemacht.  

 
Kontakt:

Albert Schäfer Strumpffabrik GmbH
Johann-Fruhen-Straße 43, 47929 Grefrath
Telefon: 02158 9598-0
E-Mail: info@strumpffabrik-schaefer.de

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